Die Reliquienkrone

“Krone des himmlischen Jerusalem”

Krone des himmlischen Jerusalem

Die ottonische Krypta von St. Andreas wurde im Jahre 2006 nach langer Restaurierungsarbeit endlich fertiggestellt. Die “Krönung” dieses Werkes bildet nun eine wertvolle Reliquienkrone, die der Würzburger Goldschmied Michael Amberg eigens für die Krypta hergestellt hat. - Krypten dienten im Mittelalter vor allem der Aufbewahrung und Verehrung von Reliquien. Den Restauratoren fiel ein im Vierungsgewölbe der Kryptaangebrachter eiserner Haken auf, der einst mit großer Wahrscheinlichkeit eine Reliquienkrone trug. Eine solche ist nun wieder an diesem ursprünglichen Ort zu sehen. Die Arbeit ist äußerst kunstvoll ausgeführt. In den vergoldeten Reif der Krone sind 11 Reliquienkapseln eingelassen, die die Reliquiendes Apostels Andreas und der Heiligen: Franz von Assisi, Klara von Assisi, Elisabeth von Thüringen, Maximilian Kolbe, Edith Stein, Bruder Klaus von Flüe, Liborius Wagner, Creszenzia von Kaufbeuren, Johannes von La Verna und Pater Rupert Maier enthalten. Die zwölfte Kapsel birgt ein vergoldetes Medaillon des hl. Bardo (erster Vorsteher des St. Andreas-Klosters Fulda; sein Grab und seine leiblichen Überreste sind verschollen).

 

 

Der Goldschmied Michael Amberg erklärt sein Kunstwerk mit folgenden Worten:

“Nach der Krone des Lebens, dem Himmlischen Jerusalem, sehnt sich die Menschheit, die noch als pilgerndes Gottesvolk unterwegs ist. Das Lamm Gottes ist ihre Leuchte. Lebensströme gehen von ihm aus. Es steht auf einem Thron von Kristall, umgeben von Amethysten und Perlen. Die Mauer der Stadt wird von der Communio der Heiligen gebildet und versinnbildet die Kirche. Unter Bergkristallscheiben sind die Reliquien der Heiligen, kostbar verziert mit gepunzten Goldblättchen, farbigen Steinen und Goldbouillons. Die Heiligen strahlen in der Leuchtkraft ihrer verschiedenen Tugenden. Sie alle schöpfen aus dem Lebensquell des Lammes; zusammen mit den heiligen Engeln bringen sie ihren Lobpreis und ihre Anbetung dem Lamme dar.”


 

Weitere Angaben zur Reliquienkrone:

Durchmesser: 40 cm, Höhe: 50 cm
Material: Sterlingsilber, Edelstahlgestänge und Edelstahlinnenreifen, Email, Bergkristalle, Amethyste, Zuchtperlen, Granate.
Die drei Bandteile des Kronreifens sind in Feinsilber plastisch getrieben, um sie bei den spärlichen Lichtverhältnissen der ottonischen Krypta zur Wirkung zu bringen. In 12 Reliquienfassungen in Form von kleineren und größeren Blüten sind 11 Reliquien von Heiligen und Seligen aus den verschiedenen Zeiten der Kirche von Fides Amberg kostbar mit gepunzten Goldblättchen, farbigen Steinen, kleinen Perlen und Goldbouillons verziert. In der 12. Reliquienkapsel befindet sich eine gravierte, silber-vergoldete Darstellung des hl. Bardo, dessen Reliquien verschollen sind (im Mainzer Dom nicht mehr auffindbar). Die Darstellung des hl. Bardo ist in Angleichung an die Reliquien auch auf hellblaue, indische Wildseide aufgestickt und mit Perlen verziert. Alle Reliquienkapseln sind mit Bergkristallscheiben geschützt. Die Namen der Heiligen, deren Reliquien die “Mauer des Himmlischen Jerusalem” bilden, sind oben aufgeführt.
Zwischen den Reliquienkapseln sind rote Granate angebracht. Die Dreiblattbekrönungen sind mit Amethyststeinen in der Mitte geschmückt. Dazwischen sind Bergkristallkugeln mit Riefen eingeschliffen auf Silber, vergoldeten, perldrahtgeschmückten Scheibchen und Bekrönungen angebracht.
Der Kronreif wird mit insgesamt 270 Zuchtperlen von 8,5mm Durchmesser oben und unten bekränzt. Drei aufstrebende Stäbe sind an einem tragenden doppelten Edelstahlreif befestigt. Die Stäbe sind in der Mitte von Goldringen unterbrochen, die große Amethystkugeln umschließen. Sie führen den Blick zum “kristallenen Thron”. Er wird von einer großen Bergkristallkugel gebildet und von einem goldenen Blütenblatt überdacht, an dessen Enden bewegliche Amethyste und Perlen hängen.
Die Bekrönung des Himmlischen Jerusalem bildet das “Siegeslamm” der Apokalypse, das von einem Kranz von Goldkugeln eingefaßt ist. Das goldene “Lamm mit den sieben Hörnern” als Zeichen seiner Unbesiegbarkeit, aus dessen geöffneter Seitenwunde der Lebensstrom der Kirche hervorquillt, steht auf rotem Emailgrund. Das leuchtende Rot versinnbildet die Gottesliebe, aus der die Gnadenströme der Sakramente fließen.
Unter der Reliquienkrone bringt der Chor der Engel und Cherubine zusammen mit den Heiligen der ganzen Kirche ihren Lobpreis und ihre Anbetung dem Gotteslamme dar. Dieses Motiv greift die Thematik der Kryptaausmalung (12 Engel in Prozession mit Blick nach Osten) wieder auf. Dazwischen sind 12 Amethyste und Perlen angebracht. Im violetten Amethyst vereinigt sich die blaue Farbe des Himmels mit dem Rot der Liebe.