Die Krypta von St. Andreas

Geschrieben von Christine Kenner   (7. Januar 2007)

Unsere Restauratorin Christine Kenner über die Krypta von St. Andreas

Die Krypta von St. Andreas Fulda

Als man 1991 aufgrund sich ablösender Malschichten mit Untersuchungsarbeiten an den Ausmalungen der Krypta von St. Andreas begann, ahnte keiner der Beteiligten, dass unter den flächenhaften Übermalungen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der wertvollsten Schätze frühmittelalterlicher Wandmalerei nördlich der Alpen verborgen lag.Die Gefährdung der Malereisubstanz aus dem frühen 11. Jahrhundert durch schädigende Übermalungen und starker Schimmelbefall bildeten den Ausgangspunkt für die seit über zehn Jahren laufende umfassende und aufwändige Restaurierung der Wandmalereien. Die Krypta ist dem Gründungsbau der Klosterkirche zugehörig. Die ursprüngliche Raumgestalt des frühen 11. Jahrhunderts ist erhalten und wirkt mit einer Länge von ca. 6,3 m, einer Breite von 6,5 m und einer einheitlichen Scheitelhöhe von knapp 3 Metern in ihren Proportionen ausgewogen und harmonisch. Das Gewölbe wird von vier Säulen getragen. Die Rundbogenöffnung an der Westwand ermöglicht einen Durchblick und eine räumliche Verbindung zur Grabanlage des Abtes Richard und zum Kirchenraum.

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Unsere Krypta erhält Europäischen Kulturpreis

Geschrieben von Pfr. Winfried Abel   (27. April 2007)

Krypta St. Andreas Fulda Neuenberg

Unsere restaurierte Krypta erhält Europäischen Kulturpreis
Große Anerkennung für geleistete Arbeit an einem bedeutsamen kunsthistorischen Objekt

Am Donnerstag, 26. April, wurden in Den Haag die Preisträger bekanntgegeben, die in diesem Jahr den Europäischen Kulturpreis für die Restaurierung und Erhaltung kostbarer Kulturgüter in Europa erhalten werden.
Neben fünf Top-Preisen, die mit je € 10.000,- dotiert sind, wurden europaweit 16 Zweite Preise (Medaillen) verliehen. Zu den Preisträgern der zweiten Kategorie gehört auch die Gemeinde St. Andreas in Fulda-Neuenberg, die mit Unterstützung des Landesamts für Dankmalpflege (Wiesbaden) und der Bischöflichen Baubehörde Fulda in 15-jähriger Arbeit die wertvolle ottonische Krypta restaurieren ließ.
Die Preise für Europäisches Kulturerbe wurden am 8. Juni 2007 in der Stadthalle von Stockholm im Rahmen einer feierlichen Zeremonie

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Die Krypta - ein heilsgeschichtlicher Kosmos

Geschrieben von Pfr. Winfried Abel   (7. Januar 2007)

Die Krypta - ein heilsgeschichtlicher Kosmos

Versuch einer theologischen Deutung

 
Die Krypta von Neuenberg ist ein kunsthistorisches Denkmal von seltenem Wert. Neben der St. Georgskirche auf der Insel Reichenau dürfte sie der einzige komplett ausgemalte Kirchenraum aus ottonischer Zeit auf deutschem Boden sein.
So wie die Wandmalereien auf der Reichenau eine bestimmte theologische Linie verfolgen, so stellt auch das Bildprogramm der Neuenberger Krypta einen "theologischen Kosmos" dar.

Reliquienschrein und Krone des Himmlischen Jerusalem

Zunächst einmal sei der lapidar klingende Hinweis gestattet, dass sich die Krypta direkt unter dem Altarraum befindet. Das sagt etwas über die allgemeine Bedeutung solcher "verborgenen Räume" (Urbedeutung von "Krypta") aus.

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Das Sonnenwunder

Geschrieben von Pfr. Winfried Abel   (9. Oktober 2006)

Das Sonnenwunder St. Andreas Fulda
Im Frühjahr und im Herbst fällt das Sonnenlicht um die Zeit der Tag- und Nacht-Gleiche bei Sonnenaufgang durch das mittlere Rundfenster der Krypta genau auf die  Reliquien-Nische und das dahinter liegende Grab des Gründerabtes Richard.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Bild entstand am 3. April 2002 zwischen 7.45 und 7. 47 Uhr

 

Gedicht zu Krypta-Einweihung

Einweihung der renovierten Krypta

St. Andreas –Neuenberg am 3.2.2006

von Günther Elm
 
 

Die Krypta ist nun einmal heute,
wie wir erfahren und verstehen,
der rechte Anlass – Grund zur Freude,
für mich vertraut – ein Wiedersehen.

Vor 58 Jahren schon,
hab’ ich gekniet auf diesen Stufen,
mit Stolz als kleiner Erdensohn,
hier wurden wir zur Pflicht gerufen.

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RESTORATION OF THE MURALS

Geschrieben von Christine Kenner   (7. Januar 2006)

THE RESTORATION OF THE MURALS IN THE CRYPT OF THE CHURCH OF ST. ANDREW IN THE NEUENBERG DISTRICT OF FULDA

Total view SUMMARY
 
The small crypt, which was completed around 1023 and features a vault supported by four columns, is partially below ground level beneath the choir of the Church of St. Andrew. Its current paintwork represents a rare example in Europe of an early medieval interior that has been preserved almost in its entirety.
Important elements are a cycle of 22 angels, framed by various ornamental strips, as well as scenes from the Old Testament in combination with a portrait of Christ in the window niches. By the scenes referencing Moses’ tabernacle and the temple in the heavenly Jerusalem described in the Old and New Testaments, the crypt becomes a symbol of increased hope for resurrection; fundamental contents of the history of Christian salvation are given architectural and pictorial form.

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Restaurierung der Wandmalereien

Geschrieben von Christine Kenner   (7. Januar 2006)

Die Restaurierung der Wandmalereien in der Krypta von St. Andreas zu Fulda-Neuenberg

Summary

Der kleine um 1023 entstandene, mit einem von vier Säulen getragenen Gewölbe überspannte Raum liegt halbunterirdisch unter dem Chor der St. Andreaskirche. Bei der vorhandenen Ausmalung handelt es sich um ein in Europa seltenes Beispiel für eine nahezu kompletten erhaltene Raumgestaltung aus dem Frühmittelalter. Wesentliche Darstellungsinhalte sind ein Zyklus von 22 Engeln, umrahmt von verschiedenen Ornamentbändern, sowie alttestamentarische Szenen kombiniert mit einem Christusbildnis in den Fensternischen. In dem Bezug der Darstellungen auf die im Alten und Neuen Testament beschriebenen Formen der mosaischen Stiftshütte und dem Tempel im himmlischen Jerusalem wird der Raum zu einem Zeichen gesteigerter Auferstehungshoffnung, wesentliche Glaubensinhalte der christlichen Heilsgeschichte erlangen hier eine architektonische und bildliche Form.

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